Editorial

Stefano Boeri

IN MARSEILLE WIRD DAS MEER IN LICHT GETAUCHT.

Interview mit Stefano Boeri, Stefano Boeri Architetti, Mailand.

Auch drei Jahre nach seiner Eröffnung ist das von Stefano Boeri erstellte Centre Régional de la Méditerranée eines der meistbesuchten architektonischen Highlights von Marseille. Kaum verwunderlich. Denn das Gebäude sollte schon immer architektonisch wie auch technologisch neue Zeichen setzen. Auch was das Beleuchtungskonzept anbelangt.

Könnten Sie uns kurz das Projekt erläutern?

Das «Centre Régional de la Méditerranée» ist ein öffentliches Gebäude, das Raum für Studien und Veranstaltungen rund um eine zeitgenössische Interpretation des Mittelmeers bietet. Es steht an prominenter Stelle an der Esplanade Saint Jean im Hafen von Marseille.

Was kennzeichnet die Architektur dieses Gebäudes?

Zwei Ausstellungssäle bilden den Kern der Anlage: Der eine schwebt in einem 40 Meter breiten Überhang über dem Wasser, der andere liegt unter Wasser und umfasst Mehrzweckflächen sowie ein Amphitheater für 400 Personen.

Welche Zwecke sollte das Beleuchtungskonzept erfüllen?

Gleich mehrere planerische Anforderungen waren an die Beleuchtung gestellt. Eine Allgemeinbeleuchtung, die sich bereichsweise steuern und in ihrer Intensität regeln lässt, sollte sichergestellt sein. Für die Aufhängung der Maschinen und Ausstellungselemente musste die Tragfähigkeit entsprechend konstruiert sein. Um eine vollständig von den übrigen Gestaltungselementen autonome Lösung zu garantieren, sollten die Steuer- und Versorgungsleitungen innerhalb des Systems
untergebracht werden.

Für welche Lösung haben Sie sich entschieden?

In Zusammenarbeit mit Regent – als Gesamtsystemanbieter – konnten wir die komplette Beleuchtungsanlage in der Zwischendecke versenken.

Klingt plausibel. Was heisst das konkret?

Die Stromversorgung für die Allgemeinbeleuchtung, die Schienen für die Versorgung der Szenenbeleuchtung, die Schienen für die mechanische Aufhängung sowie ein auf der gesamten Leitungslänge inspizierbarer Kabelkanal wurden in einem einzigen Profilrohr untergebracht.