Editorial

Architekten für anspruchsvolles Ambiente

NACHHALTIGKEIT VERWEIST AUF ETWAS, DAS DAUERHAFT UND SCHÖN IST.

Till Schneider und Michael Schumacher

Nach erfolgreich absolviertem Studium an der Technischen Universität Kaiserslautern und an der Kunsthochschule Frankfurt gründen Till Schneider und Michael Schumacher im Jahr 1988 in Frankfurt das Architekturbüro schneider+schumacher, das heute mehrere Dutzend Mitarbeiter beschäftigt und Niederlassungen in Wien (Österreich), Tianjin und Shanghai (China) unterhält. Das Büro ist in den Bereichen Architektur, Bau- und Projektmanagement, Parametrik und Städtebau tätig. Beispiele aus diesen Tätigkeiten sind die Erweiterung des Städel-Museum, die Renovierung des Silver Tower in Frankfurt, die internationale Teilchenbeschleunigungsanlage FAIR in Darmstadt, das Rathaus von Mannheim. Dazu kommt das Designen von Produkten. So hat schneider+schumacher in Zusammenarbeit mit Regent die Stehleuchte Lightpad entwickelt, die kürzlich mit dem German Design Award 2016 ausgezeichnet wurde.

www.schneider-schumacher.de

Sie sind beide renommierte Architekten und haben an sehr unterschiedlichen Projekten gearbeitet. Welche Beziehung haben sie zu Licht?

Licht schafft die Atmosphäre eines Raumes und hat einen enormen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir die Räume wahrnehmen, in denen wir uns aufhalten. Es gibt also nicht DIE eine Lösung für alle Anwendungen. Ein Restaurant, ein Büro oder einen Wohnraum ins rechte Licht zu setzen, sind unterschiedliche Anwendungen, die unterschiedliche Anforderungen stellen und daher auch völlig unterschiedliche Lichtlösungen erfordern. 

Lightpad ist eine Innenraumleuchte, die Sie für und mit Regent konzipiert haben. Wie ist diese Zusammenarbeit gelaufen?

Regent hat uns eingeladen, an einem Wettbewerb teilzunehmen und wir wurden mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Zusammen mit der Firma Regent haben wir die Stehleuchtenserie Tweak entwickelt – ursprünglich für Leuchtstofflampen. Die neue Lightpad ist kompromisslos für den Einsatz der LED-Technologie konzipiert. Mit Lightpad wollten wir eine Leuchte schaffen, die, obwohl sie in der Randzone des Büros positioniert ist, den ganzen Raum ausleuchtet und damit die Flexibilität der neuen Arbeitsraumkonzepte widerspiegelt. Wir haben also ein Produkt entwickelt, das diesem Prinzip folgt. Wir haben die Zusammenarbeit mit Regent sehr geschätzt: Die Firma verfügt über ein grosses technisches Know-how, dazu lassen wir unsere Erfahrung in das Design und die Präzision des Produkts einfliessen. 

Welche Eigenschaften der Lightpad waren für die Entscheidung der Jury bei der Vergabe des German Design Award 2016 massgebend?

Dazu zitieren wir am besten die Begründung der Jury selbst, die die hohe Flexibilität und die Lichtqualität der Leuchte hervorhebt. Die Jurymitglieder haben ebenso die Fertigungsgenauigkeit, die visuelle Leichtigkeit sowie die elegante Note geschätzt, die Lightpdad in die Raumatmosphäre einbringt. 

Denken Sie, dass das Design einer Leuchte unsere Wahrnehmung der Innenräume verändern kann?

Die Wahl der Leuchte ist immer integrierender Bestandteil unseres Konzeptionsprozesses, denn jede Lichtquelle trägt zur allgemeinen Raumstimmung bei. Es ist dabei unbedingt erforderlich, die Tageslichtrichtung und Tageslichtmenge sowie die Belegung der Räume zu den verschiedenen Tageszeiten zu berücksichtigen. In unserem Bürorenovierungsprojekt Poseidon haben wir eine Lösung geplant, die die doppelte Funktion einer lokalen und einer Allgemeinbeleuchtung erfüllt, damit sich die Nutzer während der Arbeitsstunden wohlfühlen und das Lichtniveau flexibel an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Interview geführt von Alexandre Arène
Veröffentlicht in Lumières Nr. 18